Presseartikel vom 15.02.2014

Grüne fordern gemeinsame Kulturpolitik
Mittelbayerische Zeitung, 15.02.2014

Die Kreisverbände in Regensburg und im Landkreis fordern, dass der Kreistag
mehr Geld zur Verfügung stellt. Ein Ziel: mehr Kultur außerhalb der Stadt.

Von Christof Seidl, MZ

Neutraubling. Die Grünen machen Kultur zu einem zentralen Thema für die
Stadt Regensburg und den Landkreis. Bei einer Versammlung des Kreisverbands
Regensburg-Land der Grünen im Neutraublinger Ratskeller kündigten
Landratskandidatin Maria Scharfenberg und OB-Kandidat Jürgen Huber ein
gemeinsames Konzept für die Region an.

Scharfenberg verknüpft die künftige Entwicklung des Landkreises eng mit
seinem kulturellen Angebot. Im Gespräch mit der MZ verwies sie auf die
demografische Entwicklung im Landkreis mit deutlich mehr Sterbefällen als
Geburten. Die 41 Gemeinden um Regensburg seien deshalb auf Zuwanderung von
jungen Familien angewiesen. Dafür müsse es aber ein attraktives
Kulturangebot geben. Nur ein „Wohlfühllandkreis“ sei für Menschen, die in
die Region kommen, attraktiv.

In seiner Rolle als Kulturträger- und initiator hat der Landkreis nach
Scharfenbergs Ansicht bisher versagt. Das zeige schon der Blick auf den
Kulturetat. Der habe im Jahr 2013 nicht einmal 100000 Euro umfasst und da
seien die Gelder für die Musikschulen schon inbegriffen. „Wir könnten uns
wesentlich mehr leisten“, kritisierte die Kreisrätin der Grünen.

An Ideen mangele es nicht, betonte Scharfenberg. In Bayern gebe es
Modellprojekte wie beispielsweise den Einsatz von professionellen Künstlern
im Schulunterricht. Auf diese Weise ließen sich auch Landkreis-eigene
Schulen als Kulturträger einbinden. Hessen habe 2007 eine Kooperation in
Sachen Kultur zwischen der Metropole Frankfurt und den umliegenden Kreisen
ins Leben gerufen, die inzwischen viel Lob erhalten habe. Und der Freistaat
Sachsen regle den kulturellen Austausch zwischen urbanen Regionen und
ländlichen Gebieten sogar per Gesetz.

Für den Landkreis Regensburg sehen Scharfenberg und der Regensburger
OB-Kandidat der Grünen, Jürgen Huber, zwei Wege. So müsste Kultur aus der
Stadt Regensburg ins Land getragen werden. Stadt und Landkreis könnten dazu
gemeinsam anspruchsvolle Projekte entwickeln, die dann auch an Standorten im
Landkreis präsentiert werden. Oder man könne beispielsweise die Regensburger
Bühnen mit Hilfe von Theaterbussen in den Landkreis bringen.


 
www.maria-scharfenberg.de